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Gut so: Mehrsprachigkeit und Autismus

Eine Studie von Christina Sophie Gilhuber, Tracy Jane Raulston und Kasie Galley aus dem Jahr 2023 schafft eine Übersicht zu Studien, die die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf die Sprachkompetenzen autistischer Kinder überprüfen.

Das Ergebnis: Mehrsprachigkeit ist kein Risiko-Faktor.



Eltern und pädagogische Personen äußern häufig Bedenken über mögliche negative Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die Sprachfertigkeiten autistischer Kinder.

Eine aktuelle Literaturübersicht fasst Forschungsergebnisse zusammen, die die Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten mehrsprachiger autistischer Kinder im Vergleich zu ihren autistischen und nichtautistischen Altersgenossen bewerten.

Nach der umfassenden Suche wurden 22 relevante Veröffentlichungen identifiziert, die den Einschlusskriterien der aktuellen Überprüfung entsprachen.


Die verfügbare Forschung weist darauf hin, dass Zweisprachigkeit keine negativen Auswirkungen auf die Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten autistischer Kinder hat.

Die Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten mehrsprachiger autistischer Kinder ähnelten oft ihren einsprachigen autistischen Altersgenossen sowohl in Stärken als auch in Wachstumsbereichen. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass mehrsprachige autistische Kinder einige Vorteile der Mehrsprachigkeit mit ihren mehrsprachigen nichtautistischen Altersgenossen teilen könnten. Es gibt Hinweise auf positive Effekte der Mehrsprachigkeit, wie etwa bei der verbalen Flüssigkeit.


Die verfügbaren Beweise unterstützen nicht die Hypothese, dass Mehrsprachigkeit Barrieren für die Sprach- und Kommunikationsentwicklung von autistischen Kindern darstellt. Dies ist besonders wichtig, da Studien gezeigt haben, dass Sprachtherapeuten, Lehrer und andere Personen im pädagogischen oder medizinischen Feld Eltern von autistischen Kindern oft davon abraten, mehrsprachige Umgebungen zu schaffen und bei Kindern deren Familiensprache eine andere als die Umgebungssprache ist, zu einer inszenierten Einsprachigkeit raten.


Die wichtigsten Aussagen sind also: Mehrsprachigkeit stellt kein Sprachentwicklungs-Risiko für autistische Kinder dar. Eltern sollte nicht pauschal dazu geraten werden, auf die Familiensprache zu verzichten. Wenn die Familiensprache eine andere als die Umgebungssprache ist, ist die Mehrsprachigkeit des Kindes eine indiskutable Realität.


Die Studie (open access, also frei abrufbar) finden Sie hier: LINK

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