Kinder mit Autismus lachen schöner – eine Stärke autistischer Kinder fördern

Psychologen aus New York haben untersucht, wie das Lachen autistischer Kinder von ihren erwachsenen Zuhörern wahrgenommen wird. Kinder mit Autismus haben Schwierigkeiten im Kontakt mit Anderen und dem Erkennen und Ausdrücken von Gefühlen.  Es gibt jedoch kaum Antworten auf die Frage, wie Gefühlsäußerungen autistischer Kinder auf deren Mitmenschen wirken.  Die Forscher haben dazu die Gefühlsäußerung betrachtet, die im Zentrum gegenseitiger Kontaktaufnahme steht – das Lachen.

Man spielte 135 Studenten ohne Vorwissen über Autismus das Gelächter autistischer und nichtautistischer Kinder vor und bat sie, auf einer Skala von eins bis fünf zu beurteilen, wie sehr sie sich emotional angeregt fühlten. In einem zweiten Durchgang sollten sie Vermutungen anstellen, ob das präsentierte Lachen von einem Kind mit oder ohne Autismus kam.
Insgesamt bevorzugten die Probanden das Lachen autistischer Kinder gegenüber dem nichtautistischer Kinder. Dabei konnten sie nicht erkennen, ob es sich bei dem Gelächter um ein autistisches oder ein nichtautistisches Kind handelte. Was zeichnete aber das Lachen autistischer Kinder aus? Das Lachen der Kinder mit Autismus zeigte mehr Parameter, die bei einem echten, spontanen, Lachen gegeben sind. Die Autoren vermuten, dass die Kinder ohne Autismus auch lachten, um Kontakt zum Untersucher herzustellen bzw. der sozialen Anforderung zu entsprechen. Dies sei bei autistischen Kindern weniger der Fall. Kinder mit Autismus lachten länger und höher als nichtautistische Kinder.
Kinder mit Autismus haben also bei allen sozialen Defiziten auch eine deutliche soziale Stärke: Die Wirkung ihres Lachens. Die Autoren geben noch keine genauen Hinweise, wie diese Stärke im therapeutischen Kontext genutzt werden kann, empfehlen aber, die Kinder in ihrem Lachen zu bestärken. Hierdurch könne eine Kontaktaufnahme und der Beziehungsaufbau zu anderen Kindern und Erwachsen erleichtert und eine Kontaktaufnahme durch ihr Gegenüber unterstützt werden.
Hudenko, W. J. & Magenheimer, M. A. (2012). Listeners prefer the laughs of children with autism to those of typically developing children. Autism 16 (6), 641-655.